Qualifikation praxisanleitender Personen in der Ausbildung medizinischer Technologinnen und Technologen

Im Prozess der Stärkung und qualitativen Weiterentwicklung der bisherigen Assistenzberufe im Gesundheitswesen spielt der Ausbildungsbereich eine zentrale Rolle. Nicht zuletzt hebt das ab 1. Januar 2022 geltende MTBG (MT-Berufe-Gesetz) die Qualifikationsanforderungen an das ausbildende Personal auf höheres Niveau. So werden sich Lehrerinnen und Lehrer an MTR-, MTL-, MTF- und MTV-Schulen zukünftig durch eine akademische pädagogische Ausbildung mit einem Bachelor-Abschluss qualifizieren müssen. Auch das bisher im Rahmen der praktischen Ausbildung eher vom Arbeitgeber bedarfsorientiert eingerichtete Instrument der Praxisanleitung wird deutlich aufgewertet: Praxisanleitende Personen erhalten zukünftig eine gesetzlich verordnete, institutionalisierte Funktion im Ausbildungsprozess und müssen neben der fachlichen auch eine (berufs)pädagogische Qualifikation nachweisen.

Vor diesem Hintergrund bietet die MTAE nun einen Zertifikatslehrgang an, der praxisanleitende Personen in technischen Assistenzberufen in der Medizin auf ihre zukünftige berufliche Ausbildungspraxis vorbereitet und strukturell qualifiziert. Den ersten Lehrgang wird sie noch im Jahr 2022 durchführen; Starttermin ist der 13. September 2022, Ende ist am 12. Dezember 2022.

Voraussetzungen für die Teilnahme an der Weiterbildung sind, den MTBG-Anforderungen entsprechend, ein beruflicher Abschluss als MTA bzw. MTx (Sammelbegriff aller Fachbereiche medizinischer Technologinnen und Technologen: MT Radiologie (MTR), MT Laboratoriumsmedizin (MTL), MT Funktionsdiagnostik (MTF), MT Veterinärmedizin (MTV)) und eine mindestens einjährige Tätigkeit in diesem Beruf.

Übergreifendes Ziel der Weiterbildung ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das theoretische und praktische Rüstzeug für eine erfolgreiche Tätigkeit als praxisanleitende Personen an die Hand zu geben. Gleichzeitig sollen die zukünftigen praxisanleitenden Personen auf ihre neue Rolle im Spannungsfeld von Beratung und Anleitung vorbereitet werden. Praxisanleitung ist eine umfangreiche, qualitativ hochwertige und verantwortungsvolle Tätigkeit, die in vielerlei Hinsicht neue Verantwortungsbereiche erschließt und dadurch weitergehende berufliche und persönliche Perspektiven eröffnet. Dieses Spannungsfeld definiert Inhalte und Feinziele.

Christoph Schultz, Geschäftsfeldleiter Medizintechnik und Gesundheitswesen an der TAE: „Besonders wichtig war es uns, die Themen zu 100% auf die Bedürfnisse und Nöte der Praxisanleitungen der Berufsgruppe „Medizinische Technologie“ hin zu konzipieren. Denn was die Praxisanforderungen an diese Personen betrifft, unterscheiden sie sich erheblich von vergleichbaren Konstrukten etwa in der Pflege.“ Diese Spezialisierung war möglich, da Experten, erfahrene Praxisanleiter und Lehrerinnen aus MTA-Schulen und -„Ausbildungsunternehmen“ ein berufspädagogisches Curriculum und detaillierte Modulhandbücher erstellten, die die medizinisch-technologische Lebenswelt der Auszubildenden und ihrer Ausbilder reflektieren und einbeziehen.

So finden sich im Curriculum neben didaktisch-methodischen Blöcken auch Schwerpunkte, die dem besonderen Lernrahmen der Ausbildung der medizinischen Technologen und Technologinnen geschuldet sind. Beispielsweise ist dem Thema Lernumgebung und ihrer Gestaltung ein eigenes Modul gewidmet. Auch von Experten wird gelernt: Bei erfahrenen Praxisanleitern hospitieren ist Pflicht.

Der Umfang der Maßnahme beträgt 300 Stunden, die in 10 Modulen erbracht werden. Pro Modul sind hierbei 16 Stunden für die Arbeit im Modul selbst und 14 Stunden für Vor- und Nachbereitung anzusetzen. Damit entspricht die Weiterbildung den im Gesetz und der Prüfungsordnung vorgesehenen Anforderungen.

Die Module finden in der Regel während der Woche statt, oft auch zu Blöcken zusammengefasst. Die Vermittlung erfolgt teilweise in Präsenz, teilweise im virtuellen Klassenzimmer.

Derzeit beenden die letzten Lehr MTA ihre Weiterbildung an der MTAE. Der Versuch, die praxisorientierten Besonderheiten wie Classroom Management und die Lehrversuche in einen berufspädagogischen BA-Studiengang zu überführen, ist bisher nicht gelungen, wird aber weiterhin unternommen. Christoph Schultz: „Wir sind mit mehreren Hochschulen im Gespräch. Allerdings erweist sich gerade die Ausrichtung auf einen bestimmten Beruf als problematisch, denn ein Hochschulabschluss zielt bei aller Spezialisierung nicht auf eine bestimmte Berufstätigkeit ab.“

Wie gewohnt, bietet die TAE aber auch vielen etwas, die keine zusätzliche Qualifikation zu erlangen wünschen, sondern in ihrer Tätigkeit „nur“ besser werden möchten.

Das Angebot für MTR umfasst zahlreiche Praxisseminare, in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst Hand anlegen. VMTB Mitglieder erhalten 10% Ermässigung !

Eine Auswahl:

Muskuloskelettale und angiographische MRT Bildgebung (10.09.2022)
MRT Grundkurs an Siemens-Geräten 3T und 1,5T (24.09.2022)
MRT Sicherheitsfachkraft (28./29.10.2022)
MRT Bildqualität und Sequenzoptimierung (05.11.2022)
MRT Abdomen Bildgebung (03.12.2022)

Und selbstverständlich das MTAE-Herbstseminar Radiologie: Bitte merken Sie sich den 14. und 15. Oktober 2022 vor.

Ansprechpartner:
Christoph Schultz, Geschäftsfeldleiter Medizintechnik und Gesundheitswesen
Technische Akademie Esslingen e. V.
0711 34008 82 – christoph.schultz@tae.de

Die Medizinisch Technische Akademie Esslingen (MTAE) ist eine private Fach- und Berufsfachschule und bildet als solche seit 1975 staatlich geprüfte Medizintechniker/-innen sowie staatlich anerkannte Medizinisch-technische Assistenten/-innen (MTA) in den Fachrichtungen Laboratoriumsmedizin (MTLA) und Radiologie (MTRA) aus. Daneben bietet die MTAE für diese Berufe ein breites Spektrum an Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen – vom eintägigen Seminar bis hin zum berufsbegleitenden Bachelorabschluss. Die Medizinisch Technische Akademie Esslingen ist seit 1995 ein Teil der Technischen Akademie Esslingen (TAE).