VMTB-Jahresbericht 2019 und weihnachtliche Grüße

2019 war für die VMTB ein sehr erfolgreiches und ereignisreiches Jahr für die VMTB. Wir möchten Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Gleichzeitg möchten wir nochmal den Blick zurück wagen und Ihnen eine Übersicht über unsere Aktivitäen geben.

Zukunft der MTRA-Ausbildung und des Berufsbildes

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe" eingerichtet und hierfür einen umfangreichen Fragenkatalog an die Gesundheitsfachverbände verschickt. VMTB, DVTA, DRG, DEGRO, DGN, DGMP und GPR haben hierzu eine gemeinsame Stellungnahme eingereicht und Fragen zu Ausbildungsinhalten, Akademisierung, zum Berufsbild und zur Ausbildungsfinanzierung des MTRA-Berufes beantwortet.

Im Kern der Stellungnahme geht es um die dringend notwendige Überarbeitung der MTRA-Ausbildung. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für MTRA ist aus dem Jahr 1994. Dort werden neueste technische Entwicklungen nicht abgebildet und es werden Ausbildungsinhalte vermittelt, die für das heutige Arbeiten als MTRA nicht mehr notwendig sind (z. B. analoge Entwicklungstechniken in der Röntgendiagnostik) oder bereits in der Berufsfachschule vermittelt werden. Hinzu kommt, dass sich die Arbeitsweise von MTRA in den letzten 20 Jahren grundlegend geändert hat. Viele neue Anforderungen, die sich an MTRA ergeben (z. B. Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten, Zusammenarbeit in interprofessionellen Teams, Digitalisierung usw.) können in einer neuen Ausbildungsverordnung implementiert werden. Weiterhin ist eine Ausbildung als MTRA derzeit nur über eine fachschulische Vollzeitausbildung möglich. Eine Teilzeitausbildung ist nicht vorgesehen und sollte ermöglicht werden.

Darüber hinaus setzen wir uns für einen neuen Namen für MTRA ein - Medizinische/r Technologe/in für Radiologie – und fordern eine verbindliche Ausbildungsvergütung sowie die Abschaffung des Schulgeldes. Zudem sollen Modellvorhaben für eine (teil-)akademische Ausbildung von MTRA ermöglicht werden. Außerdem wollen wir die Weiterqualifikation bereits ausgebildeter MTRA ermöglichen. Dazu sollen berufsbegleitende Studiengänge, insbesondere im Lehr- und Leitungsbereich, angeboten werden.

Gut besuchte Veranstaltungen und neue Fachkräftezertifikate

Neben zahlreichen bewährten Veranstaltungen für MTRA wurden neue Formate und Kurse angeboten. Neben den Kursen zur Erlangung des Fachkraftzertifikats in der Mammadiagnostik bauen wir die zertifizierten Kurse zur „Fachkraft Interventionelle Radiologie“ und „Fachkraft Kardiovaskuläre Bildgebung“ weiter aus. Insgesamt nahmen mehr als 300 MTRA an den beiden letzteren Zertifizierungskursen teil und es konnten in 2019 mehr als 80 vollständige Fachkraftzertifikate ausgestellt werden. Dieses Format werden wir fortsetzen und 2020 weitere Kurse anbieten.

Auch unsere eigenen Kongresse und Fortbildungen waren wieder gut besucht. Dies gilt insbesondere für das MTRA-Programm auf dem 100. RöKo 2019. Neben Veranstaltungen zu den Themenschwerpunkten Früherkennung, Strahlenschutz und Kommunikation wurden wieder zahlreiche Workshops und Klinikseminare angeboten. Außerdem gab es eine MTRA-Posterausstellung mit sowohl wissenschaftlichen Beiträgen als auch Postern zu Fortbildungsthemen.

Unter dem Motto „MTRA im Wandel“ fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Delegation ärztlicher Tätigkeiten – Voraussetzungen und juristische Aspekte“ statt. Moderiert von Prof. Dr. Gerald Antoch (DRG-Präsident) und Claus Becker (Vorsitzender VMTB), wurden nach einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Peter Wigge (Justiziar der DRG) sowohl Sichtweisen von ärztlicher als auch von MTRA-Seite vorgetragen und diskutiert. Die Diskussion hat ergeben, dass es hier noch einige Unsicherheiten gibt und der Rechtsrahmen zwischen MTRA und Ärzteschaft geklärt und abgesprochen werden muss.

Nachwuchsförderung

Ein MTRA-Schülerprogramm wurde auch 2019 wieder auf dem 100. RöKo, dem neuroRAD und auf dem Lebkuchenkongress angeboten. Hier konnten angehende MTRA wieder einen ersten Eindruck von medizinischen Kongressen gewinnen und Vorträge von Mitschülerinnen und Mitschülern und von bereits ausgebildeten MTRA sowie Ärztinnen und Ärzten hören.

Auch in 2019 hat der VMTB wieder den MTRA-Aktionstag unterstützt. Im November konnten ausbildungsinteressierte Schülerinnen und Schüler die MTRA-Ausbildung kennenlernen: 15 MTRA-Schulen hatten als Teil der bundesweiten MTRA-Aktionstage ihre Türen geöffnet und Interessierte konnten sich über Inhalte, Ablauf, Anforderungen und spätere Jobaussichten für den MTRA-Beruf informieren.

Um die Interessen der jungen VMTB-Mitglieder und vor allem der MTRA-Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen, wurde Christoph Schäfer – 26 Jahre –  Ende des Jahres 2019 in den VMTB-Vorstand kooptiert.

Zahlen und Fakten

Die VMTB wächst kontinuierlich – mehr als 1.250 MTRA sind derzeit VMTB-Mitglied, was uns sehr freut.

Auch die Akademie für Fort- und Weiterbildung in der Radiologie genießt ständigen Zuwachs durch MTRA. Insgesamt sind 350 MTRA Mitglied der Akademie. Davon haben 110 ein Jahresabonnement der Online-Akademie abgeschlossen. Hinzu kommen weitere 790 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Institutsabonnements.

Ich möchte mich bei allen MTRA bedanken, die an unseren Veranstaltungen teilgenommen haben. Besonderer Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, die tolle und lehrreiche Vorträge und Workshops angeboten haben. Zuletzt bedanke ich mich auch bei meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem VMTB-Vorstand, die unermüdlich daran gearbeitet haben, exzellente MTRA-Fortbildungsprogramme auf die Beine zu stellen.

Im Namen des Vorstandes möchte ich mich bei Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen und ihre tatkräftige Unterstützung bedanken und wünsche Ihnen für das Jahr 2020 viel Gesundheit, Spaß und Erfolg im beruflichen Alltag.

Ihr Claus Becker
Vorstandsvorsitzender VMTB