Für die Gesundheit: MTRA der Zukunft - mit Feingefühl und Sinn für Technik

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Foto: Elnur Amikishiyev, fotoliaDie Berufsakademie Sachsen bietet ab 01. Oktober 2020 ein duales, wissenschaftliches Studium für Medizinisch-Technische Radiologieassistenten (MTRA) an.

Röntgenstrahlen wurden erstmals 1895 beobachtet – eine für die Medizin bahnbrechende Entdeckung, denn nun waren ohne chirurgische Eingriffe Blicke in den Körper möglich. Seither machen sich die medizinischen Fachdisziplinen Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie die Entdeckung zu Nutze. Medizinisch-Technische RadiologieassistentInnen (kurz MTRA) führen Aufnahmen mittels Röntgen, Ultraschall, Kernspin und nuklearmedizinischer Verfahren und Behandlungen der Strahlentherapie durch - dies auf Basis einer medizinisch-technischen Ausbildung. MTRA lernen dabei nicht nur medizinische und physikalische Grundlagen, die Geräte richtig zu bedienen und einzustellen sowie die Ergebnisse zu dokumentieren, sondern erarbeiten sich auch soziale Fähigkeiten, die zum Beispiel bei der Strahlentherapie von KrebspatientInnen vonnöten sind. Eine Neigung zu Naturwissenschaften und Mathematik sowie Interesse am Umgang mit PatientInnen sind optimale Voraussetzungen für eine Ausbildung in diesem Beruf.

Bedingt durch den demografischen Wandel bleiben nun auch immer mehr MTRA-Stellen unbesetzt, was den renteneintrittsbedingten Generationswechsel der Ärztepraxen und Kliniken erschwert, sodass es kreative Ideen braucht, um Nachwuchsprobleme zu bekämpfen und dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an den Beruf in den letzten 20 Jahren, aufgrund des raschen technologischen Wandels und Fortschritten in der Medizintechnik, gestiegen sind.

Dies war auch Grundlage und Motivation zu den Überlegungen der Einführung eines dualen, standortübergreifenden Studiengangs „Bildgebende und Strahlentherapeutische Techniken“. Dieser wird von der Berufsakademie Sachsen, der Medizinischen Berufsfachschule sowie dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden getragen, wobei die Berufsakademie Sachsen und die medizinische Fakultät der TU Dresden das Lehrpersonal stellen. Mit dem dualen Studienangebot sollen gegenüber einer MTRA-Ausbildung zusätzliche, wissenschaftlich fundierte Kompetenzen vermittelt werden, welche die Übernahme komplexer Aufgaben und neue berufliche Perspektiven im klinischen Alltag ermöglichen. Durch die zusätzliche Qualifikation der MTRA können Ärzte und Medizinphysikexperten zusätzliche Aufgaben an die MTRA delegieren, um damit für ihre berufsbildeigenen Kernaufgaben Kapazitäten freizusetzen. Akademisierte MTRA können mit dem durch ein erfolgreiches Studium erworbenen Abschluss Bachelor of Science anspruchsvolle Aufgaben sowohl im Qualitätsmanagement, auf Leitungsebene und in Forschungsprojekten übernehmen – und gerade dort als Bindeglied zwischen verschiedenen Fachdisziplinen dienen (Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften, IT).

Neben der üblichen Zugangsvoraussetzung einer Hochschulreife ((Fach-)Abitur) wird ein laufender Vertrag über eine Ausbildung als MTRA gefordert, deren erstes Schuljahr bereits beendet sein muss. Ein erfolgreicher Abschluss des Studiums mit 180 ECTS-Credits geht zudem mit einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung als MTRA einher. Darüber hinaus benötigen die StudienbewerberInnen einen Vertrag mit einem kooperierenden Unternehmen (Praxispartner), in dem die praktischen Studienphasen absolviert werden. Der Praxispartner kann das Universitätsklinikum Dresden, eine andere Klinik, eine ambulante Einrichtung, eine medizinische bzw. medizinorientierte Institution oder ein Unternehmen sein, wo eine Betreuung durch ärztliches Fachpersonal erfolgt. Während des gesamten dualen Studiums zahlen die Praxispartner eine Ausbildungsvergütung von mindestens 440 Euro pro Monat und versichert die Studierenden in den Sozialversicherungen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Beantragung von BAföG. Den Studierenden im Studiengang „Bildgebende und Strahlentherapeutische Techniken“ stehen damit alle Vorteile von Auszubildenden, Studierenden und sozialversicherungspflichtigen MitarbeiterInnen offen.

Die Dauer des Studiums beträgt 3,5 Jahre (7 Semester), wobei teilweise eine Anrechnung der Leistungen aus der dualen Ausbildung erfolgt, sodass sich duale Ausbildung und duales Studium zusammen, anstelle von sechs Jahren, auf nur 4,5 Jahre belaufen (9 Semester). Der Studiengang wurde im Jahr 2019 nach Sächsischer Studienakkreditierungsverordnung akkreditiert.

Weitere Informationen zu Studieninhalten, Studienablauf sowie kooperierenden Unternehmen (Praxispartnern) erhalten Sie unter www.ba-dresden.de/studienangebote/bildgebende-und-strahlentherapeutische-techniken sowie über den Studiengangleiter, Prof. Dr. rer. nat. Daniel Gembris: daniel.gembris@ba-dresden.de / Tel.: 0351 44722-715