VMTB. 99. Deutscher Röntgenkongress, 9.-12. Mai 2018.

99. Deutscher Röntgenkongress, 9.-12. Mai 2018

 

RöKo 2018: Radiologie als verbindendes Element

Vom 9. bis 12. Mai 2018 stand im Congress Centrum Leipzig die Radiologie im Fokus: auf dem 99. Deutschen Röntgenkongress (RöKo) trafen sich 6.145 Radiologinnen und Radiologen, Medizinphysiker, Medizinisch-Technische Radiologieassistenten (MTRA) und MTRA-SchülerInnen, IndutrievertreterInnen, Medizinstudierende sowie zahlreiche Gäste anderer medizinischer Fachrichtungen. Die Schwerpunktthemen 2018 waren Herz und Gefäße: Diagnostik und Intervention, Neuroradiologie: Diagnostik und Intervention sowie Digitale Kommunikation in der Radiologie. In der begleitenden Industrieausstellung präsentierten rund 120 Aussteller ihre neuesten Produkte und Entwicklungen sowie zahlreiche medizintechnische Geräte.

"Radiologie verbindet" lautete das Kongressmotto und stand damit für die Verbindung von radiologischem und klinischem Wissen, das eine Grundvoraussetzung ist für eine erfolgreiche klinische Radiologie. Auf dem 99. RöKo ging es außerdem um den interdisziplinären Dialog verschiedener Fachdisziplinen, in dem die Radiologie als verbindendes Element präsent ist und eine entscheidende Rolle spielt. Das Programm spiegelte entsprechend die integrative Rolle der Radiologie wider: aktuelle Fälle wurden in einer Gefäßkonferenz live und fachübergreifend diskutiert und Neuroradiologen gaben Einblicke in die Akutversorgung von Schlaganfällen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum IT“, erfolgreich im vergangenen Jahr eingeführt, diskutieren Ärztinnen und Ärzte mit Gesprächspartnern aus Krankenversorgung, Industrie, Politik und Verwaltung zu künstlicher Intelligenz und IT-Sicherheit.

Renommierte Referenten
Höhepunkte des diesjährigen Kongresses waren der Vortrag zur „Forschungspolitik der Europäischen Union im Gesundheitsbereich“ des Highlight-Redners Cornelius Schmaltz, MD, Head of Unit Strategy - Health Research der Europäischen Kommission in Brüssel – sowie die Röntgen-Vorlesung. Für diese konnte Jim Reekers, MD, Professor of Radiology von der AMC University of Amsterdam, gewonnen werden. In seinem anschaulichen Beitrag sprach er über „Diabetic foot perfusion imaging: The truth behind arterial tubes“ und präsentierte neue diagnostische Möglichkeiten, die bei der Behandlung kritischer Ischämie helfen können.

Die Zukunft der Radiologie: Junge Radiologen
Die Förderung von Studierenden und Nachwuchsradiologinnen und -radiologen in Klinik und Forschung ist der DRG schon lange ein Anliegen. Um ihre vielfältigen Angebote für den radiologischen Nachwuchs besser zu bündeln, wurde auf dem 99. RöKo das „Forum Junge Radiologie“ gegründet. Zukünftig soll es als Plattform zum Erfahrungsaustausch dienen, in dem auch neue Angebote entwickelt werden. Erstes Projekt ist die Entwicklung eines systematischen Weiterbildungscurriculums für die Radiologie, mit Fortbildungsempfehlungen, Online-Angeboten und Workshops.

MTRA und MTRA-Schüler
Über 1.300 MTRA und MTRA-Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet kamen auch in diesem Jahr wieder nach Leipzig. Ein umfangreiches Programm an drei vollen Kongresstagen hatte vom konventionellen Röntgen bis hin zur Digitalisierung der Radiologie alles im Angebot. Auch die zahlreichen praktischen Klinikseminare und Workshops erfreuten sich reger Beliebtheit. Das erste mal auf dem Deutschen Röntgenkongress wurde das Modul 1 der Fachkraft Interventionelle Radiologie erfolgreich angeboten. Dies wird in den kommenden Jahre seine Fortsetzung finden. Ein Highligt auf diesem Kongress war die Neuwahl des Vorstandes der VMTB. Für die kommenenden drei Jahre setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: Claus Becker (Vorsitzender) Claudia Mundry (stv. Vorsitzende), Martin Küper (Schriftführer), Marcel Apel, Brigitte Olbrich. Wir freuen uns die hervorragende Arbeit der letzten Jahre weiter fortsetzen zu können.

RöntgenFORUM
Einen Raum für Diskussionen und Austausch bot das neu geschaffene RöntgenFORUM mit seiner Speakers Corner. Hier wurde beispielsweise kontrovers über die Zukunft der MTRA-Ausbildung diskutiert und darüber, ob sie teilakademisiert werden soll oder nicht. Live-Übertragungen größerer Sessions rundeten das Programm im Forum ab.

Interaktiv und international
Das interaktive Format „Interventionen lernen: live in the box“ feierte seine Premiere auf dem diesjährigen RöKo. Besonders für Einsteiger in die Interventionelle Radiologie gedacht, konnten die Teilnehmer anhand von echten als Video aufbereiteten interventionellen Fällen per App die Indikation, Therapieschritte und die Auswahl des passenden Verfahrens mitbestimmen. Auch andere interaktive Formate bleiben beliebt, beispielsweise die Fit für den Facharzt-Sessions, in denen die Teilnehmer mit Hilfe des Tools RSNA Diagnosis LiveTM und dem eigenen Smartphone die Fragen der Referenten beantworten können. Gemeinsam diskutiert wurde auch beim International Image Interpretation Quiz, in dem fünf junge, erfahrene Radiologen aus verschiedenen Ländern Fälle aus ihrem jeweiligen Fachgebiet live und mit Fragen ans Publikum lösten. Diese Session ist auch eines von vielen Beispielen für die zunehmende Internationalisierung des Kongresses. In der Reihe „RöKo International“ fanden Gäste aus rund 20 Nationen bereits zum vierten Mal ein attraktives englischsprachiges Programm.

Der 99. RöKo in Bildern: